Cologne Aviation: Wall 4

Seaplanes

Wasserflugzeuge

Der Rhein war schon immer eine zentrale Lebensader für Handel und Verkehr in Köln – da es nahe, ihn als Start- und Landebahn für Wasserflugzeuge mitten im Herzen der Stadt zu nutzen.

Es wurden mehrere innovative Konzepte für Wasserflugzeughäfen entwickelt – viele scheiterten, andere existierten nur für kurze Zeit. Dennoch steht dieses kurze, aber ambitionierte Kapitel sinnbildlich für das Engagement und die Kreativität der Kölner Luftfahrtpioniere. Ihre Experimente legten wichtige Grundsteine für spätere Entwicklungen.

Bilder + Bildunterschriften

Kölns erster internationaler Wasserflugzeughafen

Ab 1927 betrieb die Deutsche Luft Hansa eine regelmäßige Wasserflugzeug-Linie entlang des Rheins: von Köln über Duisburg nach Rotterdam. Der Wasserflugzeughafen bestand aus einem schwimmenden Anleger und einem kleinen Holzgebäude für die Postmitarbeiter und um den Piloten die neuesten Wettermeldungen zukommen zu lassen.

Der erste internationale Wasserflugzeughafen lag nur wenige Meter entfernt des heutigen EASA-Gebäudes, in der Nähe der Kirche St. Kunibert.

Die Landung der Dornier Do X auf dem Rhein

Am 21. September 1932 überflog die Dornier Do X – damals das größte Flugzeug der Welt – den Rhein bei St. Kunibert und der „Reichsbahndirektion“, dem heutigen EASA-Gebäude. Mit 40 m Länge und 48 m Spannweite war dieses Ganzmetall-Flugzeug über drei Decks mit luxuriöser Art-Déco-Einrichtung ausgestattet.

Die Ankunft der Do X wurde von Menschenmengen bejubelt, bevor das Flugzeug in Köln-Riehl südlich der Mülheimer Brücke vertäut wurde.

Luftpost per Katapult

1929 startete Deutsche Luft Hansa einen visionären Postdienst über den Atlantik zwischen Bremerhaven und New York: Die Ozeandampfer „Bremen“ und „Europa“ verfügten über ein Katapultsystem, über das Wasserflugzeuge auf den Weg gestartet wurden, noch bevor die Schiffe ihr Ziel erreichten. Diese Wasserflugzeuge brachten die Luftpost dann nach New York bzw. direkt nach Köln, wodurch die Auslieferung der Postsendungen erheblich reduziert werden konnten.

Am 19. September 1929 machte das Wasserpostflugzeug „New York“ im Niehler Hafen fest. An Bord hatte es die Post des Dampfschiffs „Bremen“, die durch das Katapultverfahren 1-2 Tage schneller ausgeliefert werden konnte

Die Eröffnung des interkontinentalen Wasserflugzeug-Postdienstes erregte großes öffentliches Interesse und mediale Aufmerksamkeit – ein Beweis für die Faszination der Menschen für alles, was mit der Atlantiküberquerung und rekordverdächtigen Versuchen zur Verkürzung der Distanz zwischen Europa und der Neuen Welt zu tun hatte.

Poster: Fliegt in die Bäder

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde der militärische Schießplatz in Köln-Porz abgebaut, was die lokalen Entscheidungsträger dazu inspirierte, das Gebiet in ein riesiges Ferienresort umzuwandeln. Ihr Plan sah vor, dass wohlhabende Touristen an einem eigens dafür eingerichteten Wasserflugzeughafen am Rhein in Porz ankommen und von dort direkt zum Badeort gebracht werden sollten.