Geo-Zonen – Wo Sie Ihre Drohne fliegen lassen dürfen

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Das Fliegen einer Drohne macht Spaß, ist aber mit Verantwortlichkeiten verbunden, von denen wir einige bereits in unseren früheren Leitlinien für Drohnenpiloten hervorgehoben haben. Wenn Sie Drohnenbetreiber sind, teilt sich Ihre Drohne den Luftraum mit anderen Flugzeugen, mit Hubschraubern und in Zukunft auch mit VTOL-Flugzeugen. Daher können Sie Ihre Drohne nicht einfach fliegen lassen, wo Sie möchten. Zu wissen, wo man fliegen darf, ist für alle in der Luft und am Boden sehr wichtig.

Vor dem Start

Wenn Sie eine Drohne fliegen oder betreiben möchten, ist eines der wichtigsten Dinge, die Sie vor jedem Flug tun müssen, zu überprüfen, wo Sie Ihre Drohne fliegen lassen dürfen und wo nicht, d. h. die geografischen Gebiete. Stellen Sie sicher, dass Sie Ihren Flug genießen bzw. einen guten Arbeitstag mit Ihrer Drohne verbringen können, ohne in Schwierigkeiten zu geraten, d. h., ohne in eine nicht genehmigte Flugzone einzudringen, was zu schweren Geldstrafen oder zu Unfällen führen könnte.

Geografische UAS-Gebiete

Um die Sicherheit von Flugzeugen und Menschen am Boden zu gewährleisten, haben die verschiedenen Staaten in ganz Europa geografische UAS-Gebiete, sogenannte Geo-Zonen, eingerichtet. Geo-Zonen sind Teile des Luftraums, in denen der Betrieb von Drohnen – bzw. unbemannten Flugzeugsystemen („Unmanned Aerial System“, UAS), um die offizielle Bezeichnung zu verwenden – erlaubt, eingeschränkt oder ausgeschlossen ist. Geo-Zonen werden eingerichtet, um

  • Sicherheitsrisiken so gering wie möglich zu halten,
  • die Privatsphäre anderer zu schützen,
  • Sicherheitsaspekte zu berücksichtigen,
  • Umweltaspekte zu berücksichtigen.

Es gibt drei Hauptgeozonen, für die die Mitgliedstaaten eine Farbkodierung festlegen können, damit die Luftraumnutzer schnell erkennen können, auf welche Zone sie sich beziehen.

Rote Zone

 

Gesperrte Geo-Zonen

Hier sind Flüge für den Betrieb aller oder bestimmter Klassen verboten, d. h. das Fliegen von Drohnen ist nicht erlaubt.

Gelbe Zone

 

Eingeschränkte Geo-Zonen

Der Betrieb von UAS ist unter Einschränkungen gestattet und unterliegt für diese Zonen festgelegten Bestimmungen. Sie benötigen eine vorher einzuholende Genehmigung, um Ihre Drohne hier fliegen lassen zu dürfen, da Sie sich in der Nähe von Flughäfen, Hubschrauberflug- oder ­landeplätzen, Nationalparks, militärischen Einrichtungen, Krankenhäusern, Kernkraftanlagen oder wichtigen Industrieanlagen befinden könnten.

 

Grüne Zone

 

Zugelassene Geo-Zonen

Hier ist der Betrieb von UAS in der „offenen“ Kategorie erlaubt, d. h., hier können Sie Ihre Drohne fliegen lassen.

Blaue Zone

 

U-Space-Luftraum

Ein Teil des unteren Luftraums, in dem der Betrieb von Drohnen und anderen Fahrzeugen, die dort betrieben werden, koordiniert wird.

 

Eine Geo-Zone prüfen – ein Schritt-für-Schritt-Leitfaden

U-spaceIm Folgenden zeigen wir Ihnen einige einfache Schritte auf, wie Sie die geografischen Gebiete überprüfen können:

  • Wählen Sie die Gewichtsklasse Ihrer Drohne und planen Sie Ihren Flug
    • Was möchten Sie mit Ihrer Drohne machen?
    • Wie etwa wird Ihre Flugroute aussehen?
    • In welchem Gebiet möchten Sie fliegen?

Es liegt in der Verantwortung des Drohnenpiloten, sich vor und während jedes Fluges über etwaige geografische Zonen zu informieren und diese einzuhalten.

  • Informieren Sie sich auf den Websites der nationalen Luftfahrtbehörden über die notwendigen Informationen für das Land, in dem Sie Ihre Drohne fliegen lassen möchten.
    • Verwenden Sie eine Drohnenflugplanungs-App. Die EASA listet auf der Seite zu den nationalen Luftfahrtbehörden unter „Where you are allowed to fly“ (Wo Sie fliegen dürfen) die vorhandenen Apps nach Ländern auf.
    • Einige nationale Luftfahrtbehörden bieten digitale Karten an, denen Sie die entsprechenden Informationen entnehmen können. Andere geben einen Link zu aktualisierten Kartendokumenten, die Sie herunterladen können.
       
  • Wählen Sie in der App oder auf der Website der nationalen Luftfahrtbehörde zunächst das Gebiet aus, in dem Sie Ihre Drohne fliegen lassen möchten. Sie sehen dann, ob Sie dort fliegen können oder nicht. Wenn für das Gebiet Beschränkungen gelten, finden Sie dort weitere Informationen zu den ggf. erforderlichen Genehmigungen. Wenn das Land über eine App verfügt, können Sie die Genehmigung bei der zuständigen Behörde vielleicht sogar in der App selbst beantragen. In anderen Fällen müssen Sie möglicherweise ein Formular ausfüllen und es per E-Mail an die zuständige Behörde senden.  Es kann bis zu zwei Tage dauern, bis Sie eine Antwort auf Ihre Anfrage erhalten.  
     
  • Wenn Sie eine Genehmigung zum Fliegen in einem Gebiet mit Beschränkungen erhalten haben, halten Sie unbedingt die Grenzen dieser Genehmigung ein.

Wo kann ich meine Drohne fliegen lassen?

Zonen – Beschränkungen hinsichtlich Flughöhe, Flugzeit, Abstand usw.

Möglicherweise kommen Sie in Gebiete, in denen Flugbeschränkungen gelten oder in denen Sie Ihre Drohne überhaupt nicht fliegen dürfen, z. B. in einem militärischen Tieffluggebiet. Es kann auch sein, dass in einigen Gebieten Teilbeschränkungen gelten, wie z. B:

  • Sie dürfen Ihre Drohne nur unterhalb einer bestimmten Höhe fliegen, die niedriger ist als die 120 Meter, die nach den Regeln für die offene Kategorie erlaubt sind.
  • Sie dürfen Ihre Drohne nur zu einer bestimmten Tageszeit fliegen lassen, zum Beispiel, weil in der Nähe eine Veranstaltung stattfindet, etwa ein Konzert oder eine Sportveranstaltung.
  • Ein geringerer horizontaler Abstand zwischen Ihnen und Ihrer Drohne kann vorgeschrieben sein.

Eine Luftfahrtkarte enthält genaue Angaben über das Gebiet, in dem Sie fliegen möchten, und über die dort geltenden Einschränkungen. Auch Google Maps kann eine Quelle für eine schnelle Erkundung des Gebiets sein, das Sie anfliegen möchten.

Geo-Sensibilisierungssystem

Dank des in einigen Drohnen eingebauten Geo-Sensibilisierungssystems können diese eine potenzielle Verletzung der Geo-Zonengrenzen erkennen und den fernsteuernden Piloten warnen, sodass Sie sofort wirksame Maßnahmen ergreifen können, um die Verletzung zu verhindern. Einige der neuesten Drohnenmodelle verfügen über dieses System, das auch als Geofencing bezeichnet wird.

Es basiert auf den von den Mitgliedstaaten bereitgestellten und regelmäßig aktualisierten geografischen Daten.  Wenn Ihre Drohne über ein Geo-Sensibilisierungssystem verfügt, liegt es in der Verantwortung des Drohnenbetreibers, dieses für die Drohne/n, die Sie besitzen, auf dem neuesten Stand zu halten. 

Drohnen-Fly-Away

Von einem Fly-Away wird gesprochen, wenn eine Drohne die Verbindung zur Steuerung durch den Piloten verliert und einfach weiterfliegt. Dies geschieht auch, wenn das GPS-Signal unterbrochen wird, sodass die Option „Rückkehr zum Abflugort“ (Return to Home, RTH) nicht ausgelöst werden kann.

Dies ist eine Art von Vorfall, den Drohnenbetreiber unabhängig von der Zone, in der sie fliegen, melden müssen:

  • an die nationale Luftfahrtbehörde des Landes, in dem Sie die Drohne betreiben,
  • falls Sie eine Genehmigung für einen Flug in der Nähe eines kontrollierten Flughafens oder eines Fluggebiets erhalten, in dem der Betrieb von Drohnen eingeschränkt ist, müssen Sie die Flugverkehrskontrollstelle unverzüglich informieren und Angaben über den Kurs der Drohne, die Flughöhe, die Geschwindigkeit und (wenn möglich) die verbleibende Akkuladung machen.
  • Auch Drohnenhersteller, die Drohnen mit RTH-Funktion anbieten, hätten Interesse daran, dass Sie ihnen dies melden. Auf deren Websites finden Sie weitere Informationen

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